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SC Sand Frauen müssen nach der Niederlage nach vorne schauen

Gespenstisch waren die Rahmenbedingungen – schon nahezu unheimlich das Endergebnis des Bundesligaderbys zwischen dem SC Sand und der TSG 1899 Hoffenheim. Bereits zur Pause lagen die Ortenauerinnen mit 0:5 hoffnungslos in Rückstand und waren damit noch gut bedient – 0:6 hieß es am Ende. Fast schon unglaubwürdig erscheint bei diesen nackten Zahlen, dass der SC Sand in den ersten 20 Minuten gut im Spiel war und lediglich durch einen „Sonntagsschuss“ einem Rückstand hinterherlief. Die Abwehr, eigentlich der Fels in der Brandung der Bundesligafrauen aus Sand, war am gestrigen Nachmittag nahezu pausenlos unter Druck, auch deswegen, weil die Defensive wenig Unterstützung von den anderen Mannschaftsteilen bekam. Zugutehalten muss man der Elf von Trainer Sven Thoß, dass sie sich in der zweiten Halbzeit nicht hängen ließ und das Spielgeschehen, zumindest dem Ergebnis nach, einigermaßen ausgeglichen gestaltete.

War das 0:1 in der sechsten Spielminute durch Natascha Naschenweng noch der Kategorie „Unhaltbar“ zuzuschreiben, so fielen die vier weiteren Treffer in Halbzeit eins jeweils nach individuellen Fehlern. Nachdem Naschenweng gleich zu Beginn der Partie das Leder aus 16 Metern in den Torwinkel gedroschen hatte, profitierte sie in Minute 29 vom halbherzigen Sander Aufbauspiel. Ein Ballverlust 20 Meter vor dem eigenen Tor spielte der TSG und Naschenweng in die Karten, so dass die Österreicherin keine Mühe hatte, auf 0:2 zu erhöhen. Bei dem, was sich dann im Anschluss bis zur Pause abspielte, waren nicht wenige auf Seiten des SC Sand froh, dass diese Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Zweimal in Folge ließ Charlotte Voll den – der Fairness halber sei gesagt nassen – Ball abprallen, jedes Mal war anstatt eines Sander Fußes Isabella Hartig gedankenschneller und hatte gleich doppelt keine Probleme, das Leder im Tor unterzubringen. Das 0:5 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nach einem Eckball, setzte einer unterirdischen Schlussviertelstunde die Krone auf. „Wir bekommen in 16 Minuten vier Gegentore, das kann nicht sein“, ärgerte sich Trainer Sven Thoß im Nachgang.

In Halbzeit zwei konnte Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann munter durchwechseln, was dem Angriffsspiel der Kraichgauer etwas den Wind aus den Segeln nahm. Somit gelang lediglich Isabella Hartig noch ein Treffer, die damit ihren Dreierpack voll machte. Auf das Wechselspielchen bei den Gästen blickte Sven Thoß fast schon neidisch hinüber. „Während unsere Gegner immer munter fünf Spielerinnen auswechseln können, haben wir gerade mal drei Auswechselspielerinnen auf der Bank. Ich verstehe, dass die Spielerinnen bei der derzeitigen Belastung müde sind.“ Der ohnehin dünne Kader der Ortenauerinnen wurde jüngst durch die Verletzungen von Marina Georgieva und Jasmin Sehan weiter geschwächt. Keine guten Voraussetzungen also, um am Dienstag mit sechs Gegentoren im Gepäck die neunstündige Busreise zum Auswärtsspiel nach Potsdam anzutreten. Von dort geht es am Mittwoch nach dem Schlusspfiff gleich wieder nach Hause, da am Sonntag die Heimpartie gegen Tabellenschlusslicht Jena die englische Woche komplett macht. Einziger Trost ist, dass aufgrund der Konstellation der restlichen Spiele im Tabellenkeller der SC Sand den Klassenerhalt sicher hat und auch in der kommenden Runde in der Frauen-Fußball-Bundesliga, dann mit breiterem Kader, vertreten sein wird.

Autor: Heiko Borscheid
Bildquelle: Jean-Luc Bastian
Veröffentlicht am 15.06.2020 um 14:34

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