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Ein Monat zum Vergessen

Es hatte den Anschein, als sei das Finale einer Meisterschaft gerade abgepfiffen worden, so glichen die Bilder im Sander Kühnmatt-Stadion einem solchen Szenario. Auf der einen Seite hallten kaum endend wollende Jubelschreie durch das leere Sportgelände, auf der anderen lagen die Spielerinnen mit Tränen in den Augen auf dem Rasen. Was allerdings aussah, als gäbe es keinen Morgen mehr, war lediglich ein Spiel in der Frauen-Bundesliga zwischen dem SC Sand und dem SV Meppen. Am Ende jubelten die Gäste aus dem Emsland über ihren ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte, während man sich auf Seiten der Hanauerländererinnen allmählich Gedanken über einen eventuell drohenden Abstieg macht. Mit 2:1 gewann der Aufsteiger und bis dahin Tabellenletzte aus dem hohen Norden diese so wichtige Partie und nahm zu allem Überfluss die volle Punktausbeute auch zurecht mit auf den langen Nachhauseweg.

Der SC Sand hätte an diesem Nachmittag einmal mehr in Führung gehen können, doch fast schon gebetsmühlenartig musste Trainerin Nora Häuptle nach dem Schlusspfiff diese Situationen ansprechen. Chiara Loos zielte in der neunten Spielminute nur knapp neben das Meppener Gehäuse, ein Freistoß von Noemi Gentile aus 25 Metern strich fünf Minuten später knapp über das selbige. Doch auch die Gäste zeigten früh, dass sie keineswegs gewillt waren, dieses Spiel kampflos herzugeben. In der elften Spielminute forderte Vivien Endemann Jacintha Weimar im Sander Tor zum ersten Mal heraus, dieses Mal behielt die Schlussfrau der Ortenauerinnen im kurzen Eck noch die Oberhand. Neun Minuten später machte es Endemann besser: Ihre Schnelligkeit spielte die ehemalige U-19-Nationalspielerin gegen Fatma Sakar aus und bedingt durch einen Stellungsfehler von Diane Caldwell hatte Isabella Jaron keine Mühe, die Hereingabe zum 0:1 zu vollenden (20.).

Der Schock des erneuten Rückstands saß aufseiten der Gastgeberinnen nun tief. In Durchgang eins wollte der Häuptle-Truppe kaum mehr etwas gelingen. So kam es, dass der fast schon obligatorische Gegentreffer nach einer Standardsituation nicht fehlen durfte. Lisa-Marie Weiss trat das Leder fast von der Mittellinie aus hoch in den Sander Strafraum, in dem sich niemand – auch nicht Torfrau Jacintha Weimar – für dessen Klärung verantwortlich fühlte, sodass am Ende dieser Fehlerkette Maike Berentzen fast auf der Torlinie stehend nur noch den Fuß zum 0:2 hinhalten musste (33.).

Im zweiten Spielabschnitt erhöhte der SC Sand den Druck und setzte durch einen Pfostenschuss und einen Lattentreffer erste Zeichen. In der 68. Spielminute war es dann soweit: Dörthe Hoppius und Chiara Loos waren die Wegbereiterinnen für Patricia Georges ersten Bundesligatreffer, den sie aus kurzer Distanz erzielen konnte. Allerdings verstand es der bis dahin sieglose Aufsteiger aus Meppen gut, die Minuten, inklusive fünfminütiger Nachspielzeit, in aller Ruhe und Souveränität verstreichen zu lassen. Der SC Sand steht nach diesem Spieltag auf Tabellenplatz zehn zwar immer noch über dem markanten Strich, hat allerdings die große Chance liegen lassen, dem SV Meppen und dem MSV Duisburg ein gutes Stück davonzuzuziehen. Am Ende bleibt dieser November mit drei Niederlagen aus drei Heimspielen im Kühnmatt in keiner guten Erinnerung.

„Wir haben dem Gegner heute zwei zu einfache Tore geschenkt. Ein Fehler in der Innenverteidigung und ein Tor nach einem Standard, bei dem wir den Ball schon vorher runter pflücken müssen, hat uns ins Hintertreffen gebracht. Die zweite Halbzeit haben wir zwar dominiert, wenn man aber solche Fehler macht und so spielt wie wir heute, hat man den Sieg auch nicht verdient“, sagte eine sichtlich enttäuschte Nora Häuptle wenige Minuten nach dem Schlusspfiff.

Für den SC Sand endet nach der Länderspiel- und DFB-Pokal-Pause die Vorrunde in drei Wochen in Leverkusen, ehe kurz vor Weihnachten noch der FC Bayern München in die Ortenau kommt – die Punkte zum Klassenerhalt können daher wohl erst im neuen Jahr eingefahren werden.

SC Sand: Weimar – Brandenburg, Moorrees, Caldwell (46. Georgieva), Sakar (46. Kreil) – Evels, Loos, Gentile (68. Lohmann), Blagojevic (55. Balcerzak), George – Hoppius.
SV Meppen: Sieger – Becker (88. Bitzer), Krug, Weiss, Goad – Fullenkamp, Berentzen (61. Voitane), Schulte, Endemann (61. Preuß) – Winczo, Jaron (55. Flaws, 88. Hahn).
Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Murrhardt) – Zuschauer: keine – Tore: 0:1 Jaron (20.), 0:2 Berentzen (33.), 1:2 George (68.).

Autor: Heiko Borscheid
Bildquelle: Lisa Rapp
Veröffentlicht am 22.11.2020 um 20:52

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