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Sandsturm

Schöne Bescherung in Sand / FC Bayern lässt es achtmal klingeln

Mit einem 8:0-Kantersieg zeigte der Spitzenreiter der Frauen-Bundesliga, der FC Bayern München, eindrucksvoll, dass er derzeit – wohl nicht nur hierzulande – das Maß aller Dinge ist. Insgesamt 14 Tore gaben die Münchnerinnen in den beiden Saisonspielen dem SC Sand mit auf den Weg in die wohl schwerste Rückrunde seit dem Bundesliga-Aufstieg vor knapp sieben Jahren. Der SC Sand steht nach dem ersten Rückrundenspieltag zur Winterpause mit einem desaströsen Torverhältnis von 7:37 und lediglich sechs Zählern auf dem Konto auf einem Abstiegsplatz. Hoffnung macht die Tatsache, dass Trainerin Nora Häuptle in einem Fernseh-Interview nach dem Schusspfiff Verstärkung zum neuen Jahr angekündigt hat und der SC Sand in der restlichen Rückrunde die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt aus Duisburg und Bremen zu Hause im Kühnmatt-Stadion empfängt.

Die Begegnung gegen die Bayern begann für den SC Sand ähnlich wie vor vier Monaten im Hinspiel mit einem schnellen Gegentreffer. Klara Bühl machte es in ihrer typischen Art, die sie wie einst Arjen Robben perfekt beherrscht, zog von Rechtsaußen nach innen und setzte das Leder aus 18 Metern mit links unhaltbar zum 0:1 in die Maschen (6.). Dass der SC Sand darauf durch Michaela Brandenburg (13., 30.) und Myrthe Moorrees (24.) drei hochkarätige Chancen liegen ließ, interessierte nach Spielende mit Blick auf die Anzeigentafel kaum jemanden. Dass sich ausgerechnet zwei Abwehrspielerinnen für die größten Einschussmöglichkeiten verantwortlich zeigten, offenbart die Schwäche des Bundesligisten aus der Ortenau deutlich – dem Team fehlt eine abgezockte Torjägerin.

Doch auch in der Abwehr, dem einstigen Prunkstück des SC Sand, taten sich in dieser Spielzeit altbekannte Fehler auf. In der 29. Minute köpfte Brandenburg nach einem Eckball das Leder unglücklich per Bogenlampe ins eigene Tor – Emily Evels‘ Klärungsversuch war hier vergebens – und auch das 0:4 kurz nach der Pause resultierte aus einem Eckball heraus, den Marina Hegering vollkommen freistehend vollendete (53.). Davor sorgte eine Kombination über Lina Magull, Linda Dallmann und Torschützin Sydney Lohmann für den 0:3-Pausenstand aus Sander Sicht.

Nach den schnellen Treffern nach dem Seitenwechsel – Lea Schüller traf in der 58. Spielminute nachdem Ex-Bayern-Torhüterin Jacintha Weimar im Tor der Gastgeberinnen einen Schuss von Bühl nur abprallen lassen konnte zum 0:5 – war die Moral der Sanderinnen gebrochen. Individuelle Fehler, die der Ligaprimus gnadenlos bestrafte, ermöglichten in der Folgezeit weitere Treffer wie den durch Dallmann nach einem Fehlpass von Moorrees (65.) oder dem 0:8 durch Lohmanns zweiten Treffer, bei dem zuvor Weimar von ihrer niederländischen Landsfrau Lineth Beerensteyn überlupft wurde. Zwischendurch durfte die eingewechselte Simone Laudehr, mit ihren 34 Jahren als älteste Spielerin auf dem Platz, das 0:7 erzielen.

„Für den SC Sand tut es mir leid, ich komme gerne hierher und hoffe, dass wir das auch in der kommenden Saison tun können“, sagte Gästetrainer Jens Scheuer, der als gebürtiger Offenburger nach wie vor mit der Region verwurzelt ist. „Das Ergebnis heute spricht Bände, auch wenn es womöglich um zwei Tore zu hoch ausgefallen ist“, so der Bayern-Coach. Nora Häuptle verwies auf die drei hochkarätigen Torchancen in Halbzeit eins. „Da müssen wir ein Tor machen“, so die Sander Trainerin. „In Halbzeit zwei sind wir dann eingebrochen. Es ist gut, dass wir die Bayern jetzt hinter uns haben, um im neuen Jahr, mit einer guten Vorbereitung, alles für den Klassenerhalt zu tun.“

SC Sand: Weimar – Brandenburg, Moorrees, Caldwell (46. Gentile), Georgieva, Kreil – Blagojevic, Evels (73. Balcerzak), Loos – George (82. Lohmann), Hoppius.
FC Bayern München: Benkarth – Pollak, Hegering, Wenninger, Glas (81. Ilestedt) – Zadrazil (81. Boye), Magull - Bühl (81. Laudehr), Dallmann (70. Beerensteyn), Lohmann – Schüller (61. Corley)
Schiedsrichterin: Laura Duske (Leverkusen) – Zuschauer: keine – Tore: 0:1 Bühl (6.), 0:2 Brandenburg (ET, 29.), 0:3 Lohmann (41.), 0:4 Hegering (53.), 0:5 Schüller (58.), 0:6 Dallmann (65.), 0:7 Laudehr (84.), Lohmann (86.).

Autor: Heiko Borscheid
Bildquelle: Lisa Rapp
Veröffentlicht am 20.12.2020 um 18:16

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